VDZ Tech Summit — IT in Medienhäusern

20./21. November 2018, Hamburg

Meet the Speakers

Am 20. + 21. November geht der VDZ Tech Summit in die sechste Runde und es warten 25+ hochkarätige Speaker mit Vorträgen zu aktuellen Trends und Best Cases aus der Branche. Hier erfahren Sie mehr über die Speaker und Ihre Vorträge. 

Jennifer Becker (Madsack Online)

Samir Fadlallah (Axel Springer)

Dominik Grau (Tagesspiegel)

Nico Lumma (Next Media Accelerator)

Sebastian Mayeres (knk Software)

Christine Mohan (Civil)

Ole Petter Pedersen (Kommunal Rapport)


Wer ist Jennifer Becker? Was haben Madsack und die Washington Post gemeinsam?

Jennifer ist Head of Project Office bei #MadsackOnline, Projektleiterin beim RND - RedaktionsNetzwerk Deutschland und am 20. November Referentin auf dem #VDZTS.

Unter ihrer Leitung ist das Netzwerk seit Juli 2018 das erste deutsche Verlagshaus, das mit der #Arc Publishing Software der Washington Post Politics eine zentralisierte digitale Content-Strategie verfolgt. Arc ermöglicht, als cross-channel und multifunktions CMS, kanal- und zielgruppenindividuelle Nutzer-Experiences.

Was das in der Praxis bedeutet und wie Madsack und Jennifer diese Transformation erleben, erfahren Sie aum ersten Tag auf dem Tech Summit.


Interview mit Samir Fadlallah, CTO SPRING & CIO Axel Springer SE

1. Worauf freuen Sie sich beim VDZ Tech Summit?
Da die Bedeutung von Tech für unsere Branche weiter steigt und wir alle vor ähnlichen Herausforderungen stehen, ist der VDZ Tech Summit für mich eine wichtige Plattform für den Wissensaustausch. Ich freue mich auf tolle Vorträge und das Netzwerken am Rande der Veranstaltung.


2. Blockchain, Machine Learning, Automatisierter Journalismus – man kann nicht auf jeder Party tanzen. Worauf sollten sich die Verlage, Ihrer Meinung nach, konzentrieren?

Zunächst sollten sich Verlage auf die Bedürfnisse ihrer Kunden konzentrieren. Technologien wie Blockchain, Machine Learning oder automatisierter Journalismus sollten immer dort eingesetzt werden, wo sie einen Mehrwert für unsere Zielgruppe generieren. Wenn beispielsweise Algorithmen unsere Arbeit ergänzen oder optimieren können, sollten wir dies nutzen. Neue Technologien bieten viele Chancen, auch wenn wir hierbei nicht jedem Trend blind hinterherlaufen sollten.

3. Welche strukturellen Veränderungen sind für den Verlag / Journalismus der Zukunft notwendig?
In meiner Vision werden Verlage zukünftig digitale Medienhäuser sein, in denen Technologie auf allen Ebenen eine große Rolle spielen wird. Dabei werden Journalismus und IT eine symbiotische Verbindung eingehen. Neben dem Content wird der Erfolg wesentlich von der Performance der Tech-Organisation abhängen.


Interview mit Dominik Grau, Verlagsleiter, Tagesspiegel Fachinformationen

1. Worauf freuen Sie sich beim VDZ Tech Summit?
Auf die Gespräche mit den Teilnehmern und das gemeinsame Lernen. Technischer Fortschritt in Verlagen ist meiner Erfahrung nach das Ergebnis kluger Perspektiven möglichst unterschiedlicher Experten.

2. Blockchain, Machine Learning, Automatisierter Journalismus, KI – man kann nicht auf jeder Party tanzen. Worauf sollten sich die Verlage, Ihrer Meinung nach, konzentrieren?
Auf sofort wirksame und pragmatische kleine Schritte mit beherrschbaren Technologien.

3. Welche strukturellen Veränderungen sind für den Verlag / Journalismus der Zukunft notwendig?
Die enge, tägliche und auf allen Hierarchiestufen verankerte Vernetzung von Journalisten, Programmierern, Datendesignern, Marketingkollegen und UX/UI-Profis.


Wer ist Nico Lumma? Was macht ein Media Accelerator?

Nico Lumma ist Managing Partner bei Next Media Accelerator und einer der wichtigsten "Internetköpfe" Deutschlands. Er ist laut eigener Aussage seit 1995 durchgängig online und am 21. November Referent auf dem #VDZTS.

Next Media Accelerator ist eine Art Startup-Gewächshaus mit 60 internationalen Partnern und Investoren, die mit ihrem Programm seit 2015 Startups mit Medienbezug unterstützen, die #News und #Disruption verbinden. Eines der ersten war übrigens Spectrm, die am zweiten Kongresstag mit dem Vortrag "Building neural conversational agents" dabei sind.

Wie Nico die technologische Entwicklung der deutschen Verlagsbranche einschätzt, erfahren Sie in seiner Abschluss-Keynote.


Interview mit Sebastian Mayeres, Vertriebsleiter knk Software

1.    Geben Sie uns einen kleinen Einblick, was die Teilnehmer von Ihrem Vortrag erwartet.
KI wird in der Verlagsbranche gerade sehr intensiv diskutiert – geradezu gehypt. Neben vielen positiven Stimmen gibt es jedoch gleichzeitig auch eine Reihe von Vorurteilen wie „zu teuer“, „zu komplex“ und „zu zeitintensiv“, die wir in unserem Vortrag gern ausräumen würden.

Wir wollen mit unserem Vortrag die Neugierde wecken und anhand von medienspezifischen Fallbeispielen aufzeigen, wie KI schon heute von Verlagen eingesetzt werden kann. Mit Hilfe von vorgefertigten KI-Modellen sind wir bzw. ist fast jeder in der Lage extrem schnelle, kostengünstige und vor allem nützliche Cases zu entwickeln.

KI in Medienhäusern sollte Spaß machen und keine Ängste schüren. Schlussendlich wollen wir Möglichkeiten aufzeigen und die Zuhörer inspirieren, mit offenen Ohren und Augen durch ihre Unternehmen laufen und selbst Cases für KI identifizieren. Dieser initiale Schritt ist unserer Erfahrung nach nämlich der Schwerste.

2.    Können Sie uns verraten was KI noch nicht kann?
Grundsätzlich unterscheidet man in der Theorie zwischen schwacher und starker KI. Bei der schwachen KI, die sich z.B. um Bild-, Sprach- und Texterkennung, personalisierte Werbung/Content ausspielen, Expertensysteme umfasst, sind bereits tolle Erfolge erzielt worden. Denken Sie nur mal an Chatbots, die den Kundensupport übernehmen oder Anwendungen, die die automatisierte Verschlagwortung von Bildern und Texten für uns übernehmen. Des Weiteren gibt es Systeme die uns aufzeigen, ob ein Kunde seine Rechnung pünktlich bezahlen wird oder aber wie lange unsere Ware im Lager noch ausreicht.

Bei der starken KI sieht das jedoch momentan noch ganz anders aus. Hier stehen wir noch ziemlich am Anfang der Entwicklung. Bei starker KI geht es bspw. um logisches Denkverhalten, selbstständige Kombination unterschiedlichster Skills zur Erreichung eines Ziels, eigenständiges Lernen und natürlich die Kommunikation in natürlicher Sprache.

Dies bedeutet, dass ein Mensch nach wie vor im Bereich der starke KI entscheiden muss, für welchen Bereich diese eingesetzt werden soll. Wünschenswert wäre hier, dass diese Entscheidung einzig und allein durch die KI getroffen wird. Darüber hinaus können bspw. kreative Lösungen für vorher nicht fest definierte Probleme aktuell nicht wirklich von KI entwickelt werden. Auch hier muss der Mensch zunächst die Rahmenbedingung setzen.


Wer ist Christine Mohan? Was macht Civil?

Chrstine, die US-amerikanische Mitgründerin der Blockchain-Plattform Civil, ist eine wahre #Blockchain-Enthusiastin und Keynote-Speakerin auf dem #VDZTS. Ihr Ziel mit Civil ist es, eine dezentralisierte, kollaborative und nachhaltige Alternative zu anzeigenfinanziertem #Journalismus zu bieten. Dafür bietet Civil Journalisten sogenannte Newsrooms - und eliminiert die Notwendigkeit der aktuellen Plattform-Intermediäre.

Ihr Motto: #Journalism first, technology second.


Interview mit Ole Petter Pedersen, Head of Future, Kommunal Rapport (Norway)

1. What are you looking forward to at the Tech Summit?
I am certainly looking forward to hearing the other speakers and catch up on interesting trends. As I come from a journalistic background, it is important to listen to more tech savvy people in the industry to try to keep up with the latest trends and technologies.

2. Blockchain, Machine Learning, Automated Journalism – what should publishers place their focus on?
I think so far blockchain is interesting, but probably too complex for executives to really understand. Maybe it’s good but maybe it’s just another Beta vs VHS? Is it something we will vaguely remember in 20 years’ time? I don’t know, to be honest. For me, automation is the area where we really need to step up and start delivering solid stuff over a period of time. Sure, there are a lot of bots but many projects either seem small or not really replicable, which is what automation should be all about. Of course, machine-learning is very interesting; for me, particularly as a research tool – e.g. being able to analyse loads of documents quickly – but to produce journalistic content for publication, I think we need to consider the ethical prospects; which are different for an outcome produced by a machine-learning algorithm rather than an automated process where the journalist directly controls the output. For me, anyway, that is a distinct difference between machine-learning and automation.

3. What structural changes are necessary for publishing houses/journalism?
Probably loads! I think a lot of us have been really good at taking the first steps into the digital world. But particularly for publishers who arose on paper, the really, really big step remains: Leaving paper for good. Of course, we will have journalistic output on paper in the future but I cannot see anyone wanting to read news on paper. It is too slow to distribute and, for the publishing houses, too costly in the long run. So, we need an active strategy on how to move most of the revenue stream to digital, and I think that requires structural change as well as cultural. We need to spend time evolving digital journalism – away from the inverted pyramid – and create new journalistic formats that appeal to the user. I think we need journalists who understand that their job is so much more than it used to be, but who also embrace that they have tools which make their job so much easier in many ways (at least for us run of the mill journalists based in safe countries doing jobs where we risk little). To me, I think we are at the end of the beginning of the digital awakening. We have established well running digital operations. Now we need to leave paper behind for good.