Meet the Speakers

Hier finden Sie eine Übersicht unserer Interviews:

Axel Burkert (Alfons W. Gentner Verlag)

Elena Gasthaus (Axel Springer)

Mark Jopp (JJK)

Mats Necker & Sebastian Mayeres (knk)

Anja Schirwinski (undpaul)

Oliver von Wersch (vonwersch Digital Strategies)


Im Gespräch mit Mark Jopp (Geschäftsführer, JJK)

Welche aktuellen Trends der Medienbranche finden Sie gerade besonders interessant und erfolgversprechend? Und testen Sie ggf. schon selbst aus?
 
Drei Schwerpunkte kommen mir in den Sinn, wenn ich an aktuelle Projekte denke:

1.    CRM - Steuerung und Aktivierung der Verkaufsaktivitäten und das sowohl im Bereich der Anzeigenkunden als auch im Bereich der Abonnenten.

2.    Daten - sammeln, gruppieren, selektieren, anreichern, auswerten, darstellen nutzen. Und das für alle Bereiche: also Verkauf, Produktion, Produktentwicklung usw.

3.    Unternehmen von innen heraus stärken. Im Fokus dabei stehen  a) die Automatisierung (Kosten senken) und b) Individualisierung (attraktive Produkte), beides Ergebnisse durch die „richtige“ Digitalisierung.
 
Was hat sich für das Arbeiten in Corona-Zeiten als besonders wichtig herausgestellt und wird mit Sicherheit auch darüber hinaus erhalten bleiben? Welche Gewissheiten haben Sie u.U. über Bord geworfen?
 
Das Arbeiten im HomeOffice war zwingend und hat überwiegend gut funktioniert. Ich habe die Schwierigkeiten weniger in der technischen Infrastruktur, als vielmehr in der Organisation und dem Menschen selbst erlebt. In unser Softwareproduktion sind wir über SCRUM, in allen anderen Bereichen über Kanban organisiert - auch z.B. in der der Buchhaltung oder im Marketing. Jeder weiß wann was zu tun, was heute dringlich oder wichtig ist, was Zeit bis kommende Woche hat. Den ersten Lockdown würde ich als gelungen, als neue, wertvolle Erfahrung einstufen, den jetzigen zweiten als eher problematisch. Ideenentwicklung, Kreativität, konzeptionelles Arbeiten sind wesentlich ergiebiger und liefern bessere Ergebnisse, wenn die Menschen „Face-to-Face“ miteinander agieren. HomeOffice ist wertvoll, die Vor-Ort-Zusammenarbeit unerlässlich. Interessant ist, dass wir mit der Schweizer Post einen Neukunden mit einem komplexen Projekt in dieser Pandemie-Zeit gewinnen konnten. Im März 2020 fanden 14-tägige Online-Workshops, im Juli ergänzt durch mehrtägige Präsenzworkshops in der Schweiz statt. Vertragsverhandlung dann wieder komplett online, Projektumsetzung zunächst auch nur online - Teams sei Dank. Das ist alles sehr effektiv und auch effizient.
 
Worum geht es bei Ihrem Vortrag am 4. März, und was können die Teilnehmenden mitnehmen?
 
Ich habe 10 Minuten für ein großes Thema. Wie kann man Verlage von innen heraus stärken? Kosten und Leistung senken ist unangenehm, aber einfach. Kosten senken, gleichzeitig aber die Leistung steigern ist auch einfach, braucht aber eine andere Sicht auf die Dinge. Ich zeige Größenordnungen auf, die möglich sind und gebe konkrete Hinweise, aus welcher Sichtweise man sich diese Aufgabe anschauen sollte.
 
Es braucht Mut, Neues auszuprobieren. Wie handhaben Sie das? Getreu dem Motto „Trial and Error“ oder „strategisch nach Plan“?
 
Ja, mein Vortrag richtet sich an mutige Entscheider! Auf dem Tech-Summit geht um u.a. um Software. Software-Reengineering ist der punktuelle Systemwechsel. Man tauscht  z.B. ein Anzeigensystem gegen ein anderes. Unser Ansatz des Business-Reengineering ist die umfassende Neuorganisation aller Abläufe auf Basis eines neuen Systems. Das ist radikal und erfordert Mut. Wird das Unternehmen während des Wandels funktionieren? Und danach? Sie erwähnen die Philosophie des „Trail & Error“. Im Lean-Management gibt es ein geplantes „Ausprobieren“ (Plan - Do - Ceck - Act). Das ist geplanter Fortschritt,  stellt Ergebnisse sicher und begrenzt die Kosten. Scheitern ist erlaubt. Einer unser sieben Unternehmensgrundsätze lautet: „Probiere alles aus“. Darum bin ich am 4. März hier.


Im Gespräch mit Axel Burkert (Head of Digital Business, Alfons W. Gentner Verlag)

Welche aktuellen Trends der Medienbranche finden Sie gerade besonders interessant und erfolgversprechend? Und testen Sie ggf. schon selbst aus?

Der ganze Podcast-Boom ist natürlich nicht spurlos an uns vorbei gegangen. Als Fachmedienunternehmen glauben wir hier an nutzwertige, spezialisierte Formate und werden in naher Zukunft in diese Richtung aktiv. Spannend wird auch sein, ob sich Clubhouse als Rahmen für Branchen-Talks halten kann. Auch hier haben wir ein paar erste Erfahrungen gesammelt.

Was hat sich für das Arbeiten in Corona-Zeiten als besonders wichtig herausgestellt und wird mit Sicherheit auch darüber hinaus erhalten bleiben? Welche Gewissheiten haben Sie u.U. über Bord geworfen?

Unser Digitalteam ist während Corona gewachsen – und zwar an unterschiedlichen Standorten. Daher werden wir uns auch künftig weiterhin einmal täglich zum gemeinsamen Teammeeting per Video treffen. Wir haben aber auch gelernt, wie schön es sein kann, wenn wir uns wieder vor Ort treffen können. Darauf werden wir in Zukunft sicherlich bewusster achten als bisher.

Worum geht es bei Ihrem Vortrag am 4. März, und was können die Teilnehmenden mitnehmen?

Wir zeigen, wie wir mit der Hilfe von Textrobotern aus einer Excel-Tabelle rund 7.000 Texte für fünf verschiedene Portale erzeugt haben. Wir möchten zeigen, wie solch ein Projekt abläuft und was sich damit erreichen lässt. Aber auch, wo die Fallstricke liegen.

Es braucht Mut, Neues auszuprobieren. Wie handhaben Sie das? Getreu dem Motto „Trial and Error“ oder „strategisch nach Plan“?

Beides. Je nachdem, wie groß die Tragweite der Entscheidung ist. Sofern sich die eine Neuerung bei Bedarf einfach wieder umkehren lässt, ohne dass großer Schaden entstanden ist, probieren wir einfach aus. Falls der Weg zurück nicht so einfach ist, gehen wir systematischer und strategischer vor.


Im Gespräch mit Oliver von Wersch (vonwersch Digital Strategies)

Welche aktuellen Trends der Medienbranche finden Sie gerade besonders interessant und erfolgversprechend? Und testen Sie ggf. schon selbst aus?

Die aktuellen Konflikte zwischen den GAFA (= Facebook vs. Apple, Facebook vs. Australia) sowie die Abschaffung von 3rd Party Cookies gehören sicher zu den spannendsten Entwicklungen, die die Medienbranche seit Jahren gesehen hat. Sehr vieles wird sich in den nächsten 2-3 Jahren ändern - und das muss nicht zum Nachteil von Publishern sein.
 
Was hat sich für das Arbeiten in Corona-Zeiten als besonders wichtig herausgestellt und wird mit Sicherheit auch darüber hinaus erhalten bleiben? Welche Gewissheiten haben Sie u.U. über Bord geworfen?

Dienstreisen sind überbewertet. ;-) Das eigene Unternehmen kann auch in Corona-Zeiten wachsen, wenn die Marktpositionierung und das Teamplay optimal funktionieren.  ... allerdings fehlt mir persönlich dramatisch der persönliche Austausch auf Branchenevents. Den kann keine digitale Konferenz ersetzen.
 
Worum geht es bei Ihrem Vortrag am 4. März, und was können die Teilnehmenden mitnehmen?

Das Ende der 3rd Party Cookies, die daraus hervorgehenden zukünftigen Branchenstandards und Erkenntnisse über die denkbaren Strategien und Handlungsspielräume von Publishern.
 
Es braucht Mut, Neues auszuprobieren. Wie handhaben Sie das? Getreu dem Motto „Trial and Error“ oder „strategisch nach Plan“?

Beides. Ohne Mut zum Fehler machen wird es nicht funktionieren. Ohne strategisch durchdachten Plan aber auch nicht.


Im Gespräch mit Elena Gasthaus (Axel Springer)

Welche aktuellen Trends der Medienbranche finden Sie gerade besonders interessant und erfolgversprechend? Und testen Sie ggf. schon selbst aus?

It's all about Audio! Diese Medienform wird zunehmend wichtig. Die Frage nach den Nachrichten gehört zu einer der am häufigsten gestellten Fragen auf Sprachassistenten. Wir schaffen mit unserer Text-to-Speech Technologie die Grundvoraussetzung dafür, neue Nutzungsgewohnheiten skalierbar bedienen zu können.
 
Was hat sich für das Arbeiten in Corona-Zeiten als besonders wichtig herausgestellt und wird mit Sicherheit auch darüber hinaus erhalten bleiben? Welche Gewissheiten haben Sie u.U. über Bord geworfen?

Frische Luft bewirkt Wunder. Den „Weg zur Arbeit“ sollte man auch im Homeoffice fingieren.
 
Worum geht es bei Ihrem Vortrag am 4. März, und was können die Teilnehmenden mitnehmen?

Wir stellen unseren Text-To-Speech-Service vor, der Textinhalte in Audio umwandelt und dabei eine journalistische Erzählweise imitiert. Wir wollen aufzeigen, wie wichtig es ist News-Media-Marken eigene Stimmen zu verleihen. Im Voice Zeitalter bilden synthetische Markenstimmen für uns die Grundlage, Audio skalierbar anbieten zu können.
 
Es braucht Mut, Neues auszuprobieren. Wie handhaben Sie das? Getreu dem Motto „Trial and Error“ oder „strategisch nach Plan“?

Unser Motto würde eher dem „schnell lernen und iterieren“ entsprechen. Wir haben eine klare Vision für unser Produkt, gehen aber iterativ vor und passen unsere Ziele je nach Lernerfahrung an. Flexibilität ist in frühen Projektphasen neuer Technologiethemen besonders wichtig und unsere Stakeholder wissen diese auch zu schätzen.


Im Gespräch mit Sebastian Mayeres und Mats Necker (knk)

Welche aktuellen Trends der Medienbranche finden Sie gerade besonders interessant und erfolgversprechend? Und testen Sie ggf. schon selbst aus?

Als Technologiepartner der Medienbranche sehen wir bei unseren Kunden vor allem das Bedürfnis, vorhandene Daten intelligenter zu nutzen. Durch das Einreißen von „Daten-Silos“ ergeben sich viele Möglichkeiten. Erkennung von Trendthemen, Kündigeranalysen aber auch bspw. personifizierte Angebote und Werbung sind nur einige der Themen, die hierdurch erleichtert werden.

Eng damit zusammen hängt damit natürlich der Wunsch nach mehr Automatisierung im Marketing, da ohne Automatisierung kundenindividuelle Marketingmaßnahmen schlichtweg unmöglich sind. Hier sind wir in der Tat gerade dabei, auch für uns verschiedene Prozesse zu etablieren, zum Beispiel für das Newsletter-Management oder um Events wie Webinare besser bei den richtigen Ansprechpartnern platzieren zu können. Ein anderer wichtiger Trend ist der Abschied von angepassten Lösungen hin zur Nutzung von Standard-Produkten. Hier schlummert sehr viel Potential!

Was hat sich für das Arbeiten in Corona-Zeiten als besonders wichtig herausgestellt und wird mit Sicherheit auch darüber hinaus erhalten bleiben? Welche Gewissheiten haben Sie u.U. über Bord geworfen?

Die Pandemie hat für viele Medienhäuser nicht nur den viel beschworenen Digitalisierungsschub gebracht, sondern auch die Art der Zusammenarbeit verändert. Es hat sich herausgestellt, dass das auch remote ziemlich gut funktioniert, wenn man darauf achtet, als Team zusammenzubleiben, vielseitige Kontaktpunkte zu schaffen und Wissen zu teilen. Bei knk sind wir es zwar gewohnt, über alle Standorte in Deutschland, den USA, Großbritannien und Frankreich hinweg zu arbeiten und unsere Kunden weltweit betreuen, aber auch wir haben im letzten Jahr konsequent auf einheitliche Prozesse und Tools für die Zusammenarbeit gesetzt. Wir haben viel Neues ausprobiert und wenn es sich bewährt hat, sofort in den Alltag integriert.

So gesehen haben wir in der Pandemie keine Gewissheit über Bord geworfen, sondern sind uns noch bewusster geworden, dass die Fähigkeit, flexibel und schnell reagieren zu können, der wichtigste Erfolgsfaktor für alle Unternehmen ist, also auch für knk.

Worum geht es bei Ihrem Vortrag am 4. März, und was können die Teilnehmenden mitnehmen?

In unserem Vortrag „Plattform first, alles andere second“ geht es um die oben erwähnte intelligente Vernetzung von Daten und Prozessen über unterschiedliche Systeme hinweg. Wir wollen dafür werben nicht nur in Systemen, sondern in Plattformen zu denken. Plattformökonomie ist hier das Stichwort. Es ist heutzutage möglich unterschiedliche Systeme mit einem Datenlayer intelligent zu vernetzen, dass Schnittstellen bspw. keine Daten mehr duplizieren.

Wir möchten den Teilnehmenden zeigen, was hier heute schon möglich ist und sie dazu anregen, zukunftsweisende Ideen bereits jetzt zu begreifen.

Es braucht Mut, Neues auszuprobieren. Wie handhaben Sie das? Getreu dem Motto „Trial and Error“ oder „strategisch nach Plan“?

Es gibt in der Tat beides. Wir haben uns einen guten Teil Start-Up-Mentalität bewahrt und probieren viel aus, zum Beispiel Tools wie Mentimeter für Umfragen oder Whiteboards wie Mural um unsere Workshops zu digitalisieren. Wenn wir etwas für gut befinden, nehmen wir das auch sehr schnell mit zu Kunden.

Andere Dinge, wie zum Beispiel Prozessanpassungen, kann man nicht einfach mal ändern. So etwas planen wir. Wichtig für solche längerfristigen Veränderungen ist es aber, eine offene Kommunikation zu pflegen – das ist uns ganz wichtig.


Im Gespräch mit Anja Schirwinski (undpaul)

Welche aktuellen Trends der Medienbranche finden Sie gerade besonders interessant und erfolgversprechend? Und testen Sie ggf. schon selbst aus?

No-Code- und Low-Code-Tools und Automatisierungen sind meiner Ansicht nach sehr auf dem Vormarsch und werden in den nächsten Jahren immer wichtiger werden.
 
Was hat sich für das Arbeiten in Corona-Zeiten als besonders wichtig herausgestellt und wird mit Sicherheit auch darüber hinaus erhalten bleiben? Welche Gewissheiten haben Sie u.U. über Bord geworfen?

Orts- und zeitunabhängiges Arbeiten wird endlich von mehr Unternehmen als wichtig erkannt. Wir machen das schon seit über 10 Jahren und haben immer viel Unverständnis geerntet, inzwischen kennt es jeder. Viele sträuben sich leider immer noch, aber ich denke das wird arbeitnehmerseitig getrieben – die besten Leute werden darauf bestehen, die Arbeitgeber müssen mitziehen. Für uns hat sich nichts weiter geändert in Corona-Zeiten, außer dass wir endlich auch Präsentationstermine bei potentiellen Kunden virtuell machen können, statt von Hannover oder anderen Städten aus quer durch Deutschland zu reisen.

Es braucht Mut, Neues auszuprobieren. Wie handhaben Sie das? Getreu dem Motto „Trial and Error“ oder „strategisch nach Plan“?

Wir sind weniger strategisch veranlagt und interessenbezogen getrieben. Was uns interessiert, da zieht es uns hin und das probieren wir aus.

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